Abbas Poya (Hrsg.): Koranexegese als »Mix and Match«. Zur Diversität aktueller Diskurse in der tafsir-Wissenschaft, 2017

Der im August 2017 erschienene Sammelband bekräftigt, dass die Beschäftigung mit dem Koran nicht nur ein zentrales Interesse muslimischer Gelehrsamkeit ist, sie ist auch wichtig, um die geistig-religiösen Hintergründe der verschiedenen – fundamentalistischen, liberalen, traditionellen oder modernen – Positionen im Islam zu verstehen.

Dieser Band diskutiert texthermeneutische Zugänge aus verschiedenen Regionen des Islam – von der Türkei über Ägypten, Syrien, den Iran bis hin zu Indien. Die Beiträge konturieren die Koranexegese als eine Mix-and-Match-Hermeneutik, an der verschiedene Akteure mit unterschiedlichen Erkenntnisinteressen, methodischen Ansätzen und Lebenserfahrungen beteiligt sind. Auf diese Weise wird die Pluralität im islamischen Denken und Handeln als selbstverständlich erachtet und u.a. in den unterschiedlichen Zugängen zum Koran begründet.

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http://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-4112-7/Koranexegese-als-Mix-and-Match

 

Karl Raimund Popper (Autor), Abbas Poya (Übersetzer): دموکراسی و مسؤولیت روشنفکری (Demokratie und intellektuelle Verantwortung), Kabul 2017

Im Rahmen seines Arbeitsschwerpunktes „Kulturen übersetzen" hat Abbas Poya vier Aufsätze des Philosophen der „Offenen Gesellschaft", Karl. R. Popper, ins Farsi übertragen. Die vier Aufsätze sind – zusammengefasst in einem Band mit dem Titel Demukrasi va Masʾuleyyat-e Rouschanfekri (Demokratie und intellektuelle Verantwortung) – vor kurzem in Kabul erschienen. Sie stammen aus Poppers letztem Werk „Alles Leben ist Problemlösen". Übersetzt wurden die Texte „Zur Theorie der Demokratie", „Bemerkungen zur Theorie und Praxis des demokratischen Staats", „Freiheit und intellektuelle Verantwortung" und „Gegen den Zynismus in der Interpretation der Geschichte". Poya hofft, dass der Band die Diskussionen in der afghanischen Gesellschaft, die jahrzehntelang unter linker Diktatur, Bürgerkrieg und religiösem Fanatismus gelitten hat und zurzeit die ersten unsicheren Schritte in Richtung Demokratie geht, bereichern kann. Er kann auch den in der europäischen Diaspora lebenden Farsisprechenden grundlegende Gedanken zur Demokratie nahebringen.

 

Abbas Poya, Farid Suleiman (Hrsg.): Unity and Diversity in Contemporary Muslim Thought

Cambridge Scholars Publishing

Alle Beiträge des vorliegenden Bandes behandeln Aspekte des zeitgenössischen muslimischen Denkens und wurden von Wissenschaftlern verfasst, die entweder einen theologischen, einen islamwissenschaftlichen oder einen politikwissenschaftlichen Hintergrund haben. Der inhaltliche Rahmen des Bandes wurde durch zwei Vorgaben eingegrenzt: So sollte zum einen jeder Beitrag Aspekte des Denkens eines/r nach dem Jahr 1950 aktiv tätigen muslimischen Theologen/in oder aber einer heute relevanten muslimischen Strömung thematisieren. Zum anderen sollte bei der Untersuchung auch die gegenseitige Abhängigkeit zwischen theologischen Debatten und dem größeren Kontext, in welchem sie stattfinden, beleuchtet werden.

Die Themen, aber auch die Untersuchungsweisen, die in diesem Band aufgegriffen wurden, sind sehr unterschiedlich. Ihr gemeinsamer Nenner besteht darin, dass sie über die ununterbrochene Pluralität in der muslimischen Theologie Zeugnis ablegen.

Der vorliegende Band sollte vor allem für Studenten und Forscher innerhalb des Bereichs der Islamischen Theologie und der Islamwissenschaft von Interesse sein, aber auch für alle, die einen Einblick in die jüngere Ideengeschichte des muslimischen Denkens erhalten wollen.

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Abbas Poya: Denken jenseits von Dichotomien.

Iranisch-religiöse Diskurse im postkolonialen Kontext, transcript 2014.

In den bisherigen Forschungen zu »muslimischen« Denkerinnen und Denkern sind die dichotomisch verwendeten Begriffe »Moderne« und »Islam« zentral. Dabei wird »Moderne« meist mit »westlich«, »säkular«, »reformerisch« und neuerdings »global« gleichgesetzt - und »Islam« mit »orientalisch«, »religiös«, »traditionell« und »partikular«.
Abbas Poya nimmt einen Wechsel der »Erzählperspektive« vor: Anhand von vier gegenwärtig wichtigen iranischen Autoren - Al-e Ahmad, Shari'ati, Sorush und Malekyan - untersucht er den Transformationsprozess in den heutigen islamisch-intellektuellen Diskursen im Lichte global vorherrschender postkolonialer Zustände und zeigt, dass ihre Gedankengänge durch die sogenannten islamischen/orientalischen Ideen ebenso geformt worden sind wie durch die vermeintlichen säkularen/westlichen Vorstellungen.

Weitere Informationen sowie eine Leseprobe erhalten Sie hier.

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Fahimah Ulfat, Harry Harun Behr (Hrsg.): Zwischen Himmel und Erde.

Bildungsphilosophische Verhältnisbestimmungen von Heiligem Text und Geist, 2014, Schriftenreihe Graduiertenkolleg Islamische Theologie,

Band 2, 190 Seiten, br., 24,90 €, ISBN 978-3-8309-3076-1

Autoren u.a. Reza Hajatpour: Mensch und Gott - von islamisch-philosophischen Menschenbildern

Das Verhältnis von Text und Geist und die Frage nach dem Menschenbild im Islam waren Thema zweier Symposien am Interdisziplinären Zentrum für Islamische Religionslehre (IZIR) an der Universität Erlangen-Nürnberg, deren Beiträge dieser Band vereint. Er möchte dazu beitragen, islamisch-religionspädagogisches Denken aus der Enge technokratischer Verfasstheit zu befreien und die Beziehung von Islam und Pädagogik interdisziplinär zu vertiefen.

Die versammelten Beiträge verlaufen dabei entlang der Grundlinien christlicher und islamischer Theologie, der Philosophie, der Soziologie und der Pädagogik. Es geht ihnen darum, der Verhältnisbestimmung von Mensch und Gott nachzugehen und die ihr zu Grunde liegenden theologischen, pädagogischen und anthropologischen Bilder ans Licht zu holen, um mehr aus der Tiefe der jeweiligen Traditionen zu schöpfen.

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Reza Hajatpour: Vom Gottesentwurf zum Selbstentwurf.

Die Idee der Perfektibilität in der islamischen Existenzphilosophie, Aufl./Jahr: 1. Aufl. 2013, 392 Seiten, Kartoniert, Welten der Philosophie, Band 10, ISBN: 978-3-495-48573-6

In den letzten Jahrzehnten wurden im westlichen Kulturraum kontroverse Diskussionen um Klonen, Genoptimierung und ähnliche Themen geführt. Dabei ging es um die Würde, das Leben und die Perfektibilität des Menschen, seine geistige und normative Formbarkeit und seine existentielle Machbarkeit. Auch in der islamischen Wissenskultur wurde darüber kontrovers diskutiert. Die Muslime zeigen dennoch eher eine juristische und theologische Vorliebe für das Thema als eine philosophische und ethische.
Die vorliegende Studie widmet sich einer philosophischen und ethischen Analyse der Idee des perfekten Menschen im Islam. Sie zeigt, inwiefern und gemäß welchen Wertvorstellungen die Idee der Perfektionierung des Menschen in einem religiösen Menschenbild verankert ist. Es geht dem Autor darum zu fragen, nach welchem Bild bzw. Selbstbild sich der Mensch im Islam als ein der Perfektionierung bedürfendes und zu ihr fähiges Wesen versteht und welchen Idealen zufolge er nach immerwährender Erneuerung seiner Person strebt. Der Autor versucht anhand der Philosophie bedeutender muslimischer Gelehrter die Wertvorstellungen und Ideale aufzuzeigen, die das Selbstbild des Menschen beeinflusst haben und in diesem Sinne die Vorstellung eines »neuen Menschen«, der sich in einem Prozess der Menschwerdung befindet und einem Entwurf der Selbstvollendung bzw. Selbstperfektionierung folgt, geprägt haben.

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Maha El-Kaisy: The Afterlife of the Platonic Soul.

Reflections of Platonic Psychology in the Monotheistic Religions (Studies in Platonism, Neoplatonism, and the Platonic Tradition), Hardcover, June 2009, ISBN-10: 9004176233

Plato's doctrine of the soul, its immaterial nature, its parts or faculties, and its fate after death (and before birth) came to have an enormous influence on the great religious traditions that sprang up in late antiquity, beginning with Judaism (in the person of Philo of Alexandria), and continuing with Christianity, from St. Paul on through the Alexandrian and Cappadocian Fathers to Byzantium, and finally with Islamic thinkers from Al-kindi on.

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